Hennenkobel und Arbersee

34.81 km Distanz  | 5:11:02 Zeit |  6.7 km/h Ø Geschwindigkeit | 907 m Höhe +

 

Lange haben wir schon beschlossen, dass eine gemeinsame Tour von alpenx-xl.de und schleichwege.com überfällig sei. Zwar war ich mit Tom schon öfter zusammen unterwegs auf kleineren Hausstrecken von Deggendorf aus, aber so richtig gemeinsam eine größere Tour haben wir noch nicht gepackt. Wir reden viel über unsere jeweiligen Touren, tauschen uns aus und ich für meine Begriffe lern von Tom und seinen Berichten immer wieder neue Möglichkeiten (siehe AlpenX) kennen.

Das Schwierigste war wie immer einen Termin zu finden. Die Strecke an sich hat Tom von gps-tours.info schnell gefunden und Markus und ich waren gleich Feuer und Flamme. Bammel hatten wir schon ein wenig, aber ich sah es eigentlich recht entspannt: Jeder soll sein Tempo fahren, so wie immer. Das ist eine lockere Geschichte bei uns; schon immer auch bei den Hausrunden gewesen. Was mich gefreut hat, dass Jonas mit im Boot war. Irgendwie kam es mir vor, ihn schon ewig zu „kennen“, aber gesehen hatte ich ihn noch nie. Von den Berichten auf Tom’s Seite wusste ich, dass er ne Ausdauerkanone und Downhilltechniker ist. Vorfreude war auf alle Fälle schon mal gegeben!

Treffpunkt sollte der Waldruhweg in Zwiesel werden. Großkotzig hatte ich die Adresse in unserem Radl-Chat geschrieben, damit sich ja keiner verfährt. Beide Trupps hatten ca ne Stunde Anfahrt und als ich so in Zwiesel reinfuhr und dann auch wieder rausfuhr, kamen die ersten Zweifel: Is des scho richtig? Der Weg endete in einem Wald auf einem Wendehammer. Also eher ned richtig. Tom und Markus hatten sich zwischenzeitlich schon zusammengerufen und Tom hatte sich glücklicherweise nicht auf meine Google Recherchen verlassen, sondern selbst nochmal eine Parkmöglichkeit beim Startpunkt rausgesucht. Denn mein T9 hatte im Chat aus Waldruhweg einfach nur Waldruh gebastelt und das lag dann halt im Wald 3km daneben.

Alles nicht so tragisch, wir kamen gleichzeitig an und parkten beim Schwimmbad unsere Autos im Schatten. Erstmal Begrüßungsrunde und Bekundung der Vorfreude. Das Wetter spielte mit, die Laune war gut. Wir rüsteten uns aus und fuhren langsam auf Asphalt bis zum ersten Anstieg auf Schotter und Waldweg los.

Im Wald ging es dann schon gleich die ersten paar Höhenmeter nach oben und wir nahmen immer wieder mal eine Abkürzung mit Trampelpfaden durch das Unterholz. Da fiel mir ein, dass ich vielleicht auch mal meine Garminaufzeichnung starten könnte…naja, fehlen halt ein paar Meter, was solls. Mein anderes Garmin Gerät wollte die Navigation auch nicht so recht starten, aber auch das stellte sich später als einen typischen Anwenderfehler dar. Man lernt halt noch die Technik zu beherrschen…

Die Steigung zum Hennenkobel ist mal mehr, mal weniger steil und holprig und mit Markus‘ Stunteinlagen auch recht kurzweilig (solange nichts passiert, wohlgemerkt). Die neuen Pedale sind vom Klicksystem her einfach noch ungewohnt und oft wollte der Rechte Fuß nicht aus den Klickern. Blöd, wenn man den halt beim Anhalten zum Abstützen auf den Boden gebrauchen könnte. So prüfte er des Öfteren die Bodenbeschaffenheit für uns 🙂

Leider hatte Jonas dann einen Platten am Hinterreifen, der aber recht schnell repariert werden konnte. Mir kam die Pause zu Gute, so konnte ich noch ein paar mal tief Luft holen bis es zum letzten Anstieg auf den Hennenkobel ging.

Die Aussicht dort oben war super und bis auf ein Pärchen auf der Bank hatten wir das Gipfelkreuz für uns alleine. Aber auf uns wartete ja noch ein Downhilltrail auf den wir alle schon sehr gespannt waren. Also auf geht’s zurück über Wurzel und Steine als kleinen Vorgeschmack, was noch kommen sollte. Richtung Arbersee ging es genau nach unserem Geschmack nach unten. Markus und ich kannten den Weg noch vom Winter, als wir unsere Schneeschuhtour dort über die Bretterschachten zum Arbersee gemacht hatten. Und bevor ich unseren Trail sah, dachte ich mir schon, dass es dort ordentlich bergab ging. Und so war es auch: Wir legten unsere Knieschoner an, drehten den Dämpferhahn auf und ließen die Räder rollen. Für mich waren anspruchsvolle Abschnitte dabei und ich merkte auch bald, dass meine Arme und Beine langsam zu Pudding wurden und ich immer öfter mal abbremsen musste um die Muskeln zu entlasten. Ich war mit meinen 140mm nicht ganz im Reinen. Konnte ich jetzt tatsächlich schon an der Grenze angelangt sein?

Bei einem Zwischenstopp erkannte ich den Fehler: Meine Dämpfer und Federung hingen auf Halbmast und pufferten nicht die vollen 140mm weg. Wie typisch für mich, aber als ich dann alles komplett aufmachte, konnte ich es rollen lassen. So gehts doch schon viel leichter und ich ließ die Zeit Revue passieren, als ich vor Jahren mal versucht hatte mit Starrgabelbike solche Strecken runterzuholpern. Was für ein Unterschied!

Man merkte allerdings auch den Unterschied in der Fahrtechnik: Während Jonas, Tom und Markus sich nach unten spielten, hatte ich durchaus noch Lernbedarf was Linienführung und auch Angst betraf. Immer wieder zog Jonas vor mir davon und ich bewunderte seine Balance auf dem Radl bei engen Kehren. Aber der Spaßfaktor war enorm hoch und ich hatte Blut geleckt: Trails müssen es in Zukunft definitiv mehr werden!

Am Arbersee angekommen hielten wir es dort allerdings nicht lange aus. Touris und Wanderer so weit das Auge blicken konnte. Wir fuhren weiter Richtung Bayrisch Eisenstein und bedauerten dort bei alkoholfreien Getränken und einer kleinen Stärkung, dass jetzt wohl die coolen Downhillparts vorbei wären. Uns erwartete dennoch eine schöne Strecke, teils anstrengend durch verwurzelte Wege und auch hier durchaus nicht Ohne was Fahrtechnik und Kondition betrafen.

Der Weg führte uns direkt am Regen entlang auf einem Singeltrail, der sich um Bäume, kleinen Holzbrücken und Wurzeln schlängelte und optisch und fahrtechnisch absolut ansprechend war. Leider hatte ich irgendwann mal wohl mein Schaltauge an einem Felsen oder einer Wurzel angeschlagen und es verbogen, so dass der nächste steilere Anstieg mit einem Sturz zur Seite endete. Die Kette fiel beim Schalten über die Kassette, welches ich allerdings erst nach 2 weiteren Stürzen zur Seite so richtig wahrnehmen wollte. Mit Hilfe meiner Mitstreiter konnten wir zumindest eine Position der Kette finden, bei der sie nicht sprang, so dass ich zumindest noch weiterfahren konnte. War zwar anstrengend und wurde bei dem ein oder anderen Anstieg mit einem emotionalen Ausbruch meinerseits quittiert, aber wir schafften es alle relativ unversehrt zurück zum Parkplatz.

Bei Muffins und gemütlichen Beisammensein auf dem Parkplatzboden ließen wir die Strecke nochmal Revue passieren und waren uns einig: Das soll nicht die letzte gemeinsame Tour gewesen sein! Danke Tom, Jonas und Markus für diesen absolut gelungenen Tag! Als nächstes den Holy Hansen?

Viele Bilder sind es von mir diesmal nicht geworden (ich war mehr mit Video beschäftigt) und da ich weiß, dass sowohl Tom als auch Markus Bilder in ihren Berichten einfügen werden, verweise ich ganz einfach auf die beiden 🙂

 

 

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2 Antworten

  1. Markus Markus sagt:

    Ja. ja. Bodenbeschaffenheit wurde geprüft und für gut befunden. Nur auf dem Parkplatz des Arbersees war der Boden ein bissl zu hart für meinen Geschmack… 🙂

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