Überschreitung des Höllengebirges im Attergau/Oberösterreich

Strecke: Vorderer Langbath-See – Feuerkogel – Rieder Hütte – Hochleckenhaus – Vorderer Langbathsee
03.-05. Oktober 2015
Wikiloc-Link für Gesamtstrecke

Das Jahr 2015 war arbeitstechnisch eines der schlimmsten Jahre, die Salva und ich erleben mussten.
Aus diesem Grund entschlossen wir uns eine Auszeit zu nehmen für eine Überschreitung des Höllengebirges im Attergau/Oberösterreich.
Wir wollten einfach nur der Zivilisation und den Medien entfliehen und den Kopf frei bekommen.

Also wurden unsere Rucksäcke nach Gefühl gepackt für eine abenteuerliche Tour.
Denn weder Salva noch ich hatten bisher mehrtägige Touren im Gebirge hinter uns.
Somit wussten wir auch nicht wirklich, was wir alles benötigen würden und nahmen viel zu viel Gepäck mit. Unsere Rucksäcke hatten ein stolzes Gewicht von ca. 12-15kg.
Aber da wir beide gewohnt sind ab und an etwas mehr Zusatzgewicht mit uns zu führen, auch über längeren Zeitraum, war das nicht so das Problem.

Tag 1 – 13,15 km // +1373 Höhenmeter // 6:58 Std. – Vorderer Langbathsee – Rieder Hütte
Garmin-Link Tag 1

Wir starteten am vorderen Langbathsee und folgten zuerst der Teerstraße bis zu einem Schild, dass uns den Weg zur Rieder Hütte mit 4,5 Stunden auswies.
Von da an wanderten wir auf Wiesen- und Waldwegen immer bergauf, bis wir auf dem Feuerkogel an der Christophorushütte ankamen. Dort mussten wir erst einmal unsere Flüssigkeitsreserven auffüllen, denn die schweren Rucksäcke machten sich doch bemerkbar.
Frisch gestärkt marschierten wir zum Europakreuz.
Dort setzten wir uns etwas unterhalb auf einen Felsvorsprung, da uns direkt am Kreuz zu viele Seilbahn-Touristen wuselten und ließen uns die selbst gebackenen Semmeln unserer Vermieterin Heidi schmecken!
In der Nähe war ein Hinweisschild auf den Alberfeldkogel Klettersteig. Schaut vom Profil richtig krass aus und wird wohl auch der Grund sein für ein baldiges Wiedersehen…
Nun ging es in einer Höhe von ca. 1800m mit toller Aussicht auf kleinen Pfaden zur Rieder Hütte, bei der wir am späten Nachmittag ankamen.
Die Hütte liegt super schön in einem kleinen Talkessel und wir gönnten uns erst einmal ein kühles Weißbier.
Die Nacht war leider durchwachsen, da eine kleine Gruppe junger Männer ordentlich gebechert hatten und bei uns im Bettenlager schliefen. Das Rülpsen, Schnarchen und die Geräusche aus anderen Körperöffnungen hielten mich von meinem Schönheitsschlaf ab und ich schwor mir, dass wir bei unserer nächsten Hütte ein Doppelzimmer nehmen werden, sofern vorhanden!

Tag 1 - Rieder Hütte. Unser erstes Etappenziel
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Tag 2 – 8,56 km // +769 Höhenmeter //6:06 Std. – Rieder Hütte – Hochleckenhaus
Garmin-Link Tag 2

Nach ziemlich schlafloser Nacht marschierten wir nach einem guten Frühstück relativ zeitig los. Kurz nach dem Start durften wir dann auch unsere erste freilebende Gams sehen, die unweit von uns im Hang stand und uns beäugte.
Wer beobachtet da wen?
Wir ließen der Gams dann ihre Ruhe und gingen weiter.
Der zweite Tag war von den Höhenmetern nicht ganz so anstrengend als der Erste. Zumindest auf dem Papier. Da es aber mehrmals runter und anschließend rauf ging, war es aber der anstrengendste Tag für uns – zumindest vom Kopf her.
Außerdem hatte sich Salva ein paar richtig schöne Blasen gelaufen, die ordentlich schmerzten.
Landschaftlich war es dafür ein Traum.
Immer wieder blitzten mal die Langbathseen von oben durch den Wald. Und auch die restlichen Seen des Attergau sowie der Dachsteingletscher ließen sich immer wieder mal blicken.
Das Hochleckenhaus war für mich ein besonderes Etappenziel. Schon seit Jahren wollte ich auf dem Gipfel einmal meinen Drachen steigen und den Blick über den Attersee schweifen lassen. Leider ist es nie dazu gekommen. Und jetzt stand ich kurz davor, dass ich doch dort oben stehe. Meinen Lenkdrachen hatte ich zwar nicht dabei…aber was soll’s.
Nach knapp 6 Stunden hatten wir es dann geschafft. Der Ausblick ist der Hammer: Attersee, Mondsee, Wolfgangsee liegen vor und zwei anstrengende, aber schöne Tage hinter uns.
Ordentlich ausgehungert futtern wir erst mal auf dem Hochleckenhaus eine gscheite Mahlzeit und stellen fest, dass wir die einzigen Gäste sind, die über Nacht bleiben. Hat auch seine Vorteile, wenn man von Sonntag auf Montag auf einer Hütte übernachtet. Die Nachtruhe ist also gesichert, zumal wir uns vorsorglich ein Doppelzimmer genommen hatten.
Ein tolles Gewitter mit anschließenden Dunstschwaden und Sonnenuntergang zeichnete wunderbare Farben in den Himmel und die Umgebung wirkte wie auf einem Pastellfarben-Bild. Wow!
Müde und zufrieden schliefen wir an diesem Tag ein.

Tag 2 - Blick zurück auf die Rieder Hütte
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Tag 3 – 9,88km // 460 Höhenmeter // 4:11 Std. – Hochleckenhaus – Langbathseen
Garmin-Link Tag 3

Am Morgen dann ein ähnliches Bild. Die Seen sind nicht zu sehen, da wir über den Wolken sind. Alles sieht aus wie in Watte gepackt. Die Sonne löste die Wolkendecke aber langsam auf.
Gestärkt durch unser Frühstück stiegen wir gleich hinter dem Hochleckenhaus bei strahlendem Sonnenschein auf dem Wanderweg nach unten. Zuerst auf schroffem Gestein über relativ steile Stufen, anschließend auf Forst- und Waldwegen ging es beständig nach unten.
Die Langbathseen blitzten auch heute immer wieder mal durch die Baumwipfel und wir beschlossen, dass wir bei Ankunft erst einmal unsere Füße im Wasser kühlen wollen.
Doch vorher lagen noch ein paar Kilometer Weg durch den Wald vor uns.
Hier durfte ich meinen ersten Feuersalamander in freier Natur sehen. Dank Salva!
Das Tier wurde von uns ausgiebig beobachtet und fotografiert bevor wir weitergingen.
Dann lag plötzlich der hintere und auch kleinere Langbathsee vor uns. Traumhaft klares Wasser, wie ein Spiegelsee, mit tollem Bergpanorama. Wir schauten hinauf und bestaunten den Weg, den wir Stunden zuvor noch selbst gegangen sind.
Und obwohl es hier total idyllisch war, flüchteten wir vor einem lautstarken Pärchen, die den gesamten See beschallten.
Also weiter Richtung Start-/Zielpunkt vorderer Langbathsee.
Bei Ankunft bewunderten wir auch hier das klare Wasser und streckten unsere geschundenen Füße in den See. Herrlich.
Der Kopf war frei und wir waren zufrieden mit uns. Gemütlich trotteten wir zu unserem Auto und traten die Heimfahrt an.

Das war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich im Attergau war. Kann von der Gegend einfach nicht genug bekommen. Und Wege zu erkunden gibt es hier noch genug. Zu Fuß, mit Kletterausrüstung oder mit dem Bike!

Tag 3 - Morgenstimmung über den Wolken
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