Schneeschuhtour Hammerstiel-Grünstein-Archenkanzel-Schapbachalm-Hammerstiel

15.79 km Distanz  | 5:23:24 Zeit |  2.9 km/h Ø Geschwindigkeit | 980 m Höhe +

 

Lange hat es mich mal wieder zum Watzmann und in Richtung Kührointhaus gezogen, dem Berg, bei dem irgendwie alles begann 🙂 Vor fast 13 Jahren war ich dort das erste Mal und der Watzmann hat Schuld daran, dass ich mich in die Berge verliebt habe. Allerdings hab ich die Gegend noch nicht im Winter gesehen. Also lag es nahe, dass die vor einem Jahr errungenen Schneeschuhe dort hin müssen.

Gesagt getan: Im Internet stöberte ich nach diversen Schneeschuhtouren um festzustellen, dass die Wege, die mir altbekannt waren, genauso mit den Schneetretern zu machen sind. Also keine großen Orientierungsschwierigkeiten, denn so ein bis paar Mal war ich schon dort oben. Grünstein, Mooslahner, Archenkanzel…Alles zu den Füßen vom König Watzmann und seiner Frau nebst Kindern.

Den Mooslahnerkopf behielten wir uns vorerst nur im Hinterkopf. Noch nicht wirklich fit und zum ersten Mal wieder in den Bergen unterwegs wollten wir es uns nicht gleich verderben.

Also wurde spontan am Vorabend beschlossen, dass es mitten unter der Woche ins Berchtesgadener Land gehen soll. Die Sachen waren schnell gepackt und die Schneeschuhe aus dem Keller geholt und entstaubt. Früh morgens nach zwei Kaffee ging es los Richtung Parkplatz Hammerstiel. Ich kannte bisher nur den Startpunkt von dem Wimbachklamm Parkplatz und musste bei der Anreise feststellen, dass man sich doch nochmal ein paar Höhenmeter sparte, wenn man von Hammerstiel aus loszog.

Der Einstieg war recht schnell gefunden, auch wenn wir zuerst zum falschen Ende des Parkplatzes liefen. Ich wollte den Aufstieg über den Grünstein machen und der Einstieg dazu befindet sich am Anfang des Parkplatzes.

Die Schneeschuhe hatten wir noch nicht an die Füße geschnallt in dem Glauben, dass es schon noch ein paar Meter ohne gehen wird. Grundsätzlich auch richtig, man könnte die Tour auch ohne sie laufen. Allerdings war es stellenweise doch recht glatt und mit meinem Sommerwanderschuhen kam ich recht früh nicht mehr wirklich bequem weiter. Hier hätte ich wohl tatsächlich einfach nur mit Grödel hochlaufen können, hatte ich aber nicht. Also mussten die Schneeschuhe ran. Mit den Eisenkrallen und mit viel Getöse konnte die Tour beginnen.

Der Weg schlängelte sich durch den Wald auf einen breiten und gut begehbaren Weg nach oben, bis er kurz vor der Grünsteinhütte zur Gabelung wurde. Tendenziell den Spuren der Bobfahrer nach, welche uns entgegenkamen, hätte es links weitergehen können. Laut Kartenmaterial ging es aber geradeaus. Also folgten wir der Karte und landeten vor Sperrgebiet zu Wildschutzzwecken. Tja, was soll man sagen: 100m weiter unten wäre das Schild hilfreicher gewesen. Spuren verrieten, dass nicht nur wir diesem Irrtum auferlegen sind und obwohl sich in mir alles sträubte, folgten wir den Spuren weg vom Sperrgebiet wieder in Richtung des anderen Weges. Normalerweise meiden wir Querwanderungen durch den Wald, eben aus den Naturschutzgründen. Aber diesmal war es mir einfach zu blöd. Im Sommer mag die Wegführung klar sein, im Winter war es für uns nicht ersichtlich, welcher Weg denn nun der Richtige ist. Nichts desto trotz stießen wir wenige Meter weiter auf die Grünsteinhütte und wir bekamen einen schönen Blick auf die gegenüberliegenden Berge, welche gerade von der Sonne angestrahlt wurden.

Wir wollten den Gipfel des Grünstein definitiv mitnehmen, bevor wir uns weiter zur Kührointalm machten. Der Weg dorthin ist auch im Winter wunderschön! Mit Schneeschuhen teilweise vielleicht etwas kompliziert durch Wurzelstufen und engen Stellen, aber die Alternative wäre für mich nur rutschendes Schuhwerk gewesen. Während des ganzen Weges nach oben hatte ich den Ohrwurm „Drunt in der greana Au“. 2005, als ich den Weg zum ersten Mal lief, hatten eine sehr gute Freundin und ich einem nicht bayrisch sprechenden Kollegen versucht dieses Volkslied beizubringen. Mit mäßigem Erfolg, aber viel Spaß.

Oben gibt es einen fantastischen Blick auf das Watzmannmassiv. Und auch diesmal gab es den gewünschten „Aaaah“ Effekt. Einfach herrlich und ein breites Grinsen zauberte sich in mein Gesicht. Aber lange hielten wir uns nicht auf, denn ohne Bewegung wurde es doch recht schnell kühl. Zwar blinzelte immer mal wieder die Sonne aus den Wolken hervor und auch der Wind hielt sich still. Dennoch war Bewegung besser. Also ging es wieder zurück und weiter zur Kührointalm. Der Weg war mir bekannt und ich wusste so ziemlich genau, wann welche Stelle kam. Und trotzdem hat im Winter alles einen besonderen Reiz. Ich würde den Weg schon fast als den Singletrail für Schneeschuhgeher bezeichnen. Denn spätestens hier wäre es ohne den Tretern doch schwierig geworden. Man sah auch keine weiteren Spuren, außer Schneeschuhkrallen verschiedener Art. Immer wieder zogen sich Sonnenstrahlen durch die Bäume und obwohl man den ein oder anderen Hinterlassenschaften von Hunden ausweichen musste (ernsthaft Leute, könnt ihr die nicht wenigstens aus dem Weg kicken?) war der Weg traumhaft und irgendwie trotzdem unberührt.

An der Kührointalm angekommen setzten wir uns erstmal auf eine uns wohlbekannte Bank und ließen uns ein wie aus Zauberhand erschaffenes Weißbier schmecken. Bewirtschaftung gibt es hier oben im Winter offiziell keine…Die Sonne lachte uns entgegen und wir bekamen vom ansässigen Koch die Bestätigung, dass es für heute eigentlich schlechter angesagt war. Ja, so hatten wir es im Netz auch gelesen und dennoch nach oben gewagt. Und gewonnen 🙂

Wir zogen weiter zur Archenkanzel. Auch diesen Weg hätte ich nicht ohne Schneeschuhe gehen wollen und er war auch dementsprechend gespurt. Tourengeher zog es eher zum Mooslahnerkopf und dem Watzmannhaus. Von Weitem sahen wir sogar Spuren vom unteren Drittel zwischen Hocheck und Watzmannhaus. Von einer Klettertour im Sommer wusste ich, dass es dort ziemlich steil war und pfiff leise durch die Zähne, als ich mir vorstellte, dort mit Ski runterzufahren.

Die Aussicht von der Archenkanzel war wie immer bombastisch und für ein paar Bilder gut. Aber wir hielten uns auch dort nicht allzu lange auf. Der Abstieg wartete und obwohl wir Stirnlampen eingepackt hatten und den Weg kannten, wollten wir doch nicht unbedingt in der Dunkelheit unten ankommen. Somit ging es zum weniger schönen Teil einer jeden Bergtour: Der Abstieg. Wir nahmen die „Abkürzungen“ bis zum Wirtschaftsweg runter zur Schapbachalm. Irgendwann hatte ich mir die Zehen aufgerieben und zog es vor, den weiteren Weg rutschend ohne Schneeschuhe anzutreten. So schön es oben war, aber beim Abstieg bin ich immer froh, wenn ich wieder unten beim Auto ankomme. Nach der Schapbachalm ging es noch wenige hundert Meter den Wirtschaftsweg nach unten und trennt sich dann nach rechts weg. Dieser Weg ist optisch schöner und man wird direkt beim oberen Ende des Parkplatzes Hammerstiel ausgespuckt. Es war eine tolle Tour und wir begegneten kaum anderen Wanderern. Ein großer Vorteil, wenn man unter der Woche losziehen kann.

Und so ging es dann auch wieder Richtung Heimat. Kaum hatte ich den Parkplatz verlassen, vermisse ich ihn schon wieder. Den Watzmann…

 
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2 Antworten

  1. Tom Tom sagt:

    Hey. Saugeil gschrieben und super Fotos gschossen.
    Wenn i das les bekomm ich a schlechtes Gewissen.
    I sollt zum Trainieren anfangen…

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