Klettersteig-Tour auf den Hohen Dachstein über den Schulter- und den Randkluftanstieg

Distanz: 7,3 km / Zeit: 4:53 Std. / Höhenmeter +: 442m

Garmin-Link

Für die heutige Tour hatten wir uns die Besteigung des Dachstein-Gipfel über den Schulteranstieg und über den Randkluftanstieg vorgenommen.
Da diese Unternehmung NagNag und mich in einen hochalpinen Klettersteig führen sollte und wir in diesem Bereich wenig Erfahrung haben, hatten wir Unterstützung durch einen erfahrenen Bekannten.

Um sechs Uhr in der Früh gabelte uns Erich zu Hause auf und wir machten uns auf den Weg zum Dachstein.
Für 09.00 Uhr hatte er schon die Karten für die Gondel reserviert, ohne die wir auch nicht hochgekommen wären. Erstens war die Gondel voll und zweitens ist eine Reservierung mittlerweile Pflicht. Gut, dass er sich da auskennt bzw. schlau gemacht hat, denn ich wäre wahrscheinlich einfach so zur Dachstein-Gondel gefahren und hätte dann wohl dumm geschaut.

Kurz vor neun Uhr waren wir auch pünktlich auf dem Parkplatz. Jetzt hieß es nur noch die Kleidung zu wechseln und einen Teil der Ausrüstung anzulegen.
Auf der Fahrt nach oben unterhielten wir uns mit einem Fahrgast, der uns darüber informierte, dass es 30 cm Neuschnee gegeben hatte. Das machte uns etwas stutzig und wir beschlossen uns das Ganze erstmal vor Ort anzuschauen und auch dort zu entscheiden, ob wir einsteigen oder nicht.

An der Station oben angekommen machte sich erstmal der Temperaturunterschied bemerkbar. Wir legten die letzten Ausrüstungsteile an und stapften auf geschlossener Schneedecke auf der von Pistenraupen angelegten Spur zur Einstiegsstelle des Klettersteigs. Unterwegs durften wir schon die Weite und Schönheit des Hochplateaus genießen. Toll.

An der Einstiegsstelle angekommen mussten wir kurz warten, da sich gerade eine kleine Gruppe Gleichgesinnter für den Aufstieg vorbereitete. Während unserer Wartezeit beschlossen wir auch den Aufstieg zu wagen.
Bei dem Klettersteig handelt es sich um einen Steig der Schwierigkeitsstufe A und B. Diese Einstufung hat aber wohl nur ihre Berechtigung ohne Schnee.
Der Einstieg und auch der Verlauf im unteren Bereich verdiente durchaus die Kategorie A/B, denn der Fels war griffig und auch gut versichert.
Doch mit zunehmender Höhe und auch in den Querungspassagen lag der Schnee so hoch, dass das Sicherungsseil entweder freigeräumt werden musste bzw. unter der Schneedecke nicht auffindbar war.

Dort hieß es dann für uns ohne Seilsicherung weiter zu klettern. Das waren zwar meistens nur kurze Teilbereiche von ungefähr 20 Metern. Aber in ca. 2900 m Höhe wird einem (also mir – kann ja nur für mich sprechen) anders. Ich habe wohl selten so konzentriert einen Fuß vor den anderen gesetzt und mit den Händen Halt gesucht wie zu diesem Zeitpunkt.

Auf den letzten Höhenmetern vor dem Gipfel ging es dann ziemlich steil und auch wieder ohne Versicherung nach oben. Hier entschieden wir uns dann eine kleine Seilschaft zu bilden, um uns wenigstens gegenseitig halbwegs sichern zu können.
Dann endlich hatten wir den Gipfel erreicht. Der Ausblick war grandios, wenn auch ein wenig wolkenverhangen bzw. neblig. Und auch das Gefühl es nach oben geschafft zu haben war für mich überragend.
Unser erster (fast) Dreitausender-Klettersteig. Das war doch eine andere Hausnummer als mit dem Bike den Similaungletscher zu überqueren, der noch ein paar Meter höher war…nicht, dass ich dieses Erlebnis hier schmälern möchte!
Am Gipfelkreuz des Hohen Dachstein stärkten wir uns erst einmal und hielten das Ganze fotografisch fest. Im Kopf versuchte ich noch nicht an den Abstieg zu denken, da ich weiß, dass das nicht meine Stärke ist.

Da der Wind und auch die Wolken zunahmen, entschlossen wir uns dann doch etwas früher den Abstieg anzugehen als geplant. Wir berieten uns zuvor jedoch noch, ob wir den selben Weg über den schlecht begehbaren Klettersteig zurückgehen oder über ein riesiges Schneefeld knapp unterhalb des Gipfels zurück zu gehen. Problem bei dem Schneefeld war, dass sich dort eine große Gletscherspalte befindet, die zum Teil zugeschneit war.

Da es sich aber trotzdem als vermeintlich einfacherer Abstieg abzeichnete, seilten wir uns das erste Stück unter Seilsicherung durch Erich ab und gingen über das Schneefeld Richtung Gondelstation. Hierbei blieben wir jedoch als Seilschaft zusammen, um halbwegs gesichert zu sein.
Wir kamen auch problemlos durch und der Abstieg lief problemloser für mich ab als befürchtet – vermutlich auch dank der guten Unterstützung durch unseren Guide!

Das war ein tolles Erlebnis und ich hoffe, dass wir uns nicht ganz zu doof angestellt haben und uns Erich noch auf der einen oder anderen Tour begleitet.
Danke!

 

 

 

 

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