AlpenQ 2018 – vom Bodensee zum Königssee – 11 Tage quer durch das Alpenvorland

Einleitung:
Dieses Jahr hatten wir nicht geplant mit den Bikes einen Alpencross durchzuführen. Es sollte mal etwas Anderes her. Da ich vor einiger Zeit auf einen der vielen Outdoor-Plattformen immer wieder mal herumgestöbert hatte, bin ich auf eine Alternative zum eigentlichen Bodensee-Königssee-Radwegs gestoßen. Und diese bekam ich nicht mehr aus dem Kopf. Als ich den Vorschlag NagNag machte, fand sie die Idee auch nicht schlecht mal in den eigentlich heimatlichen Gefilden zu bleiben. Denn die Alternativroute verläuft immer entlang der deutsch-österreichischen Grenze. Also habe ich mir die GPX-Dateien heruntergeladen, Hotels bzw. Pensionen oder Hütten in den Streckenverlauf geplant und ein kleines Tourtagebuch erstellt. Die unten beschriebenen Etappen sind dabei herausgekommen. Viel Spaß beim Lesen, denn wir hatten auch viel Spaß beim Radeln. Auch wenn wir noch nie so untrainiert in eine lange Tour gestartet sind wie dieses Jahr!

Tag1: von Lindau nach Hörmoos
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Da wir heute morgen den Zug in Richtung München und weiter nach Lindau erwischen mussten, haben wir um 04.10 Uhr die Wohnung verlassen. Mit den Zügen und der Reservierung für die Bikes lief alles glatt und so kamen wir um Viertel vor zehn am Bahnhof in Lindau an. Gemütlich radelten wir erstmal aus Lindau raus und über die Grenze nach Österreich. Der erste Tag sollte eigentlich abgesehen von Start und Ziel in Österreich verlaufen. Wir waren froh endlich aus der Stadt und dem Trubel raus zu sein und einfach nur zu Radeln… Bis wir zu dem ersten Schild kamen auf dem die vor uns liegende Steigung mit 27% angegeben war. Es ging lange steil bergauf, aber irgendwie wunderte ich mich, da das bis dahin noch keine 27%-Steigung war. Doch dann kam sie. Wir schaffen sie auch fast bis ganz nach oben, aber da wir nicht am ersten Tag und am ersten Anstieg alle Körner verschiessen wollten, schoben wir das letzte Stück. Ab hier ging es immer munter rauf und runter. Nach ungefähr 25 Kilometer kam das nächste Schild… 28 Prozent! Leck…. Sollte doch einfacher werden als ein AlpenX. Hier haben wir dann relativ schnell geschoben, da der Berg sofort sehr steil und schottrig war. Dementsprechend war der Grip und die Reifen rutschten durch bzw. das Vorderrad war kaum noch auf dem Weg zu halten. Anschließend kamen noch ein paar Asphaltsausen mit anschließenden Gegenanstiegen. Doch nun lag der schwierigste Berg vor uns. Er hatte zwar keine prozentuale Kennzeichnung, war aber gefühlt doppelt so steil – hinauf zum steinernen Tor. Hier mussten wir unsere Bikes sogar tragen, da es selbst zum Schieben zu steil war. Außerdem waren wir beide schon ziemlich blau gefahren. Vor allem ich. Genau pünktlich zum Essen sind wir dann am Alpengasthof Hörmoos um kurz vor 18.00 Uhr angekommen. Ungeduscht ging es zum Essen – warum die uns nur einen Einzeltisch gegeben haben? Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum angrenzenden See und fielen nach der Dusche erschöpft ins Bett.

Alpengasthof Hörmoos, 87534 Oberstaufen/Steibi, 123€ DZ/HP

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Das Gepäck für 11 Tage
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Tag 2: von Hörmoos nach Sonthofen
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Da es heute erst um 08.00 Uhr Frühstück gab, sind wir spät in die Etappe gestartet. Nachdem die Radl ein bissl mit unserer neuen Allroundwaffe gepflegt wurden (Danke Roy), starteten wir gleich in den ersten und heftigsten Anstieg der heutigen Etappe. Es ging bis fast auf den Gipfel des Hochgrats, der doch um die 1834m misst. Dieser Anstieg war für uns zum größten Teil nicht zu fahren und so trugen oder schoben wir die Bikes abwechselnd. Nach ca. 3 Stunden kamen wir dann an der Liftstation oben an. Wir mussten jedoch noch ein bissl weiter Richtung Gipfel, um kurz unterhalb rechts auf einen Trail abzubiegen. Dieser war ebenfalls nur teilweise fahrbar, da doch immer wieder Wanderer oder auch andere Biker entgegenkamen. Doch nach gut 10 km bergab, kamen wir an der Sennalpe Gerstenbrändle an. Da es mittlerweile schon halb eins war, beschlossen wir hier zu essen und den weiteren Weg der zweiten Etappe zu besprechen. Bei einem kühlen Alkoholfreien beschlossen wir die Etappe auf dem Radweg zu Ende zu radeln. Schließlich waren wir erst am Anfang der Tour und hatten am Vortrag doch einige Körner gelassen. Und es lagen noch ein paar knackige Etappen vor uns…

In der Unterkunft duschten wir erst mal ausgiebig und schlenderten durch die Sonthofener Innenstadt. Wieder im Hotel stellten wir bei einem Blick aus unserem Fenster fest, dass der Hinterhof mit Schornstein sehr nach einer Brauerei ausschaut… Und siehe da – unsere Unterkunft braut ihr eigenes Bier!
Das mussten wir beim Abendessen natürlich noch probieren!

Brauereigasthof Hirsch, Grüntenstraße 7, 87527 Sonthofen, 82€ DZ/ÜF

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Tag 3: von Sonthofen nach Füssen
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Heute sind wir etwas früher losgekommen, da es bereits um 07.00 Uhr Frühstück gab. Es standen drei Anstiege im Tour – Tagebuch. Der Erste war gleich von Sonthofen in Richtung Bad Hindelang über das Imberger Horn. Wir mussten teilweise unsere Bikes tragen, um zum Beispiel Holzstufen im Wald zu bewältigen. Der zweite Anstieg ging rauf nach Oberjoch, dem höchsten Ski- und Bergdorf Deutschlands, über die alte Passstrasse. Das war zwar alles ziemlich steil, aber fahrbar. Wieder unten angekommen folgten wir eine ganze Weile dem Vilstal, das wirklich sehr schön war.
Der dritte Anstieg ging hinauf über den Falkenstein. Hier fuhren wir eine Zeit lang zusammen mit einer Schulklasse bergauf, die für einen AlpenX trainierte. Da es bei uns mittlerweile richtig gut lief, fuhren wir nach kurzem Plausch mit einem der Lehrer der Gruppe davon. Kurz unterhalb der Ruine bogen wir ab und fuhren einen langen Waldtrail hinunter Richtung Weißensee und nach Füssen. Da wir für unsere Bikes keinen adäquaten Platz fanden und auch kein Ansprechpartner vor Ort war, durften diese in unserem zum Glück sehr großzügigen Zimmer übernachten! 😊
Doch vorher besuchten wir das kroatische Restaurant („Croatica“), das glücklicherweise zu unserem Motel gehörte und schlugen uns die Mägen voll.

Motel Füssen, Kemptener Straße 31, 87629 Füssen. 90€ DZ/ÜF

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Tag 4: von Füssen nach Garmisch-Partenkirchen
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Gegen 09.00 Uhr starteten wir in die 4. Etappe in Richtung Garmisch. Wir folgten dabei der Königsroute, vorbei am imposanten Lechfall. Im Anschluss pedalierten wir denn Berg hinauf durch den Wald über den traumhaften Alpenrosenweg mit seinen Brücken.
Und plötzlich hatten uns die Zivilisation und somit auch die Touristen wieder – nämlich als wir beim Museum der Könige in Hohenschwangau am schönen Alpsee ankamen. Nach ein paar Fotos strampelten wir den Berg rauf gen Schloss Hohenschwangau. Wir entschieden uns jedoch gegen die dort angetroffenen Touristenströme und bogen kurz unterhalb des Schlosses rechts und somit wieder in die ruhige Natur ab. Hier ging es teilweise richtig heftig bergauf, dass uns die Radlbrillen bis zur Jägerhütte beschlugen. Da wir aber noch keinen Hunger hatten, beschlossen wir die Fahrt fortzusetzen und uns den anspruchsvollen Trail „Schützensteig“ hinunter zu stürzen. Und ja, er war anspruchsvoll. Aber auch richtig geil. Verblockt, voller Wurzeln ging es in immer engeren Kehren Richtung Tal und somit nach Österreich. Unten spuckte uns der Trail durchgeschüttelt, mit heißen Bremsen und schmerzenden Fingern aus dem Wald  – und wir standen direkt am Landesgrenzen-Schild! Was für ein Ritt…

Von nun an ging es gemäßigter weiter und wir rollten durch traumhaft schöne Flusstäler kilometerweit dahin. Der Fluss wechselte dabei ständig seinen Namen – aber die längste Zeit hieß er Neidernach und zum Schluss Loisach. Schließlich fuhren wir in Garmisch ein und direkt auf die Skisprungschanzen zu. Denn direkt unterhalb war unsere Unterkunft gelegen, in der früher mal die Athleten untergekommen sind.

Hostel der Athleten, Wildenauerstraße 15, 82467 Garmisch-Partenkirchen, 58€ DZ/Ü

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Tag 5: von Garmisch nach Scharnitz
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Von Garmisch starteten wir in Regenjacken, da es erstens kühl war und zweitens auch leicht tröpfelte. Gleich nach unserem am Vortag im Supermarkt gekauften Frühstück ging es knackig den Berg hinauf. Die Schilder, dass der Weg zur Partnach-Klamm aufgrund von Murenabgängen gesperrt ist, ignorierten wir in der Hoffnung, dass es nicht unser Weg war.
Und wir hatten Glück…vorerst.
Nun ging es erst mal in und durch das idyllische Reintal bis zur Reintalangerhütte, die direkt unterhalb der Zugspitze liegt. Der Weg war zur Hütte hin zwar beschwerlich, dafür war es aber zurück ein genialer Trail. Weiter ging es anschließend entlang der Partnach. Hier erwischte uns nun doch die Streckensperrung.
Die Klamm war gesperrt und ein Umgehungsweg führte uns über viele Stufen oberhalb der Partnach-Klamm entlang. Also Bike wieder mal auf die Schultern geworfen und hinauf auf den Berg gewandert. Als ein Fahren wieder möglich war, radelten wir entlang eines schön angelegten Radwegs an Schloss Elmau, dem Ferchensee und dem Lautersee vorbei. Schlußendlich rollten wir bei Scharnitz direkt hinter der Grenze (inkl. der dort stattfindenden Grenzkontrollen) in den Ort und zu unserer Unterkunft. Im in der Nähe befindlichen urigen Restaurant „Alte Mühle“ füllten wir unsere Reserven wieder auf mit riesigen Pizzen.

Gasthof Risserhof, Innsbrucker Straße 26, 6108 Scharnitz, 74 € DZ/ÜF

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Tag 6: von Scharnitz nach Jachenau
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Nach dem heutigen Frühstück holten wir unsere Bikes aus dem Fahrradraum des Risserhof und pedalierten bei kühlen 6-7 Grad(!) los in Richtung Karwendel. Auch heute starteten wir ohne große Einrollphase in den Berg und kurbelten uns ca. 20km mal mehr, mal weniger steil durch das malerische Karwendelgebirge bis hinauf zum Karwendelhaus. Da aber doch einige Biker dorthin unterwegs waren, ließen wir das Haus rechts liegen und strampelten auf ca. 1835m Höhe, wo eine Bank ganz alleine auf uns wartete… zumindest kurz.

Anschließend ging es in einer langen Sause hinab durch die Ahornboden, das Risstal und das Johannistal. Und was soll ich sagen, wir kamen aus dem Staunen nicht heraus – so schön ist die Gegend hier. Nach knapp 15km Abfahrt machten wir Halt an der Garberlalm. Nach einer kleinen Stärkung ging es noch ein paar Kilometer weiter bergab. Doch wir wussten, dass es so nicht bleiben sollte. Nach einer langen Fahrt entlang der wilden und breiten Isar führte uns unser Weg dann doch nochmal beträchtlich nach oben, nachdem wir rechts in den Wald abgebogen waren. Hier schoben, trugen und fuhren wir abwechselnd – je nach Steigung, denn die Oberschenkel waren nach knapp 60km doch nicht mehr die Frischesten. Als wir endlich die lange Steigung geschafft hatten, folgen wir dem Schotterweg hinunter ins Tal und an den Walchensee. Hier angekommen, streckten wir unsere müden Füße ins kühlende Wasser. Mit so aufgeladenen Batterien rollten wie mit schmerzendem Hintern nach Jachenau zur Unterkunft.

Gasthaus Jachenau, Dorf 8 1/2, 83676 Jachenau, 80 € DZ/ÜF

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Tag 7: von Jachenau nach Bayrischzell
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Nach einem späten, aber ausgiebigen Frühstück sollte es heute auf die längste Etappe unserer Tour gehen. Längste Etappe deswegen, da ich aus zwei Etappen, mit den vermeintlich wenigsten Höhenmeter, eine Etappe gebastelt hatte. Aber nach dem gestrigen Tag hatten wir uns schon ausgemacht, dass wir eventuell den zweiten Teil der Etappe auf dem Radweg beenden. Aber erst einmal mussten wir den ersten Teil und somit auch den Hirschtalsattel (1227m) meistern. Denn abschließend sollte uns ein toller Trail ins Tal erwarten. Doch nach dem Passieren des Weidetors haben wir uns erstmal auf der Kuhweide verlaufen, bis wir endlich den Einstieg in den Trail gefunden hatten. Doch dieser erwies sich für uns als nicht fahrbar. Und nachdem wir feststellten, dass wir auch noch irgendwo eine Abzweigung verpasst hatten, schlugen wir uns durch einen immer schlammiger werdenden Pfad, bis wir endlich wieder auf den richtigen Weg trafen. Wie es sich herausstellte, haben wir uns dann auch noch eher einen Bärendienst mit der Radweg – Variante beschert. Denn zum Einen war die Strecke dadurch um knapp 20km länger und wir fuhren über Tegernsee und Schliersee. Auf der Karte sah das ja ganz toll aus… Aber bist du schon mal mit dem Bike durch den Ort Tegernsee gefahren? Hölle! Aber wenigstens konnten wir am Schliersee wieder die Füße ins Wasser strecken. Als wir auf Umwegen nach Bayrischzell kamen, mussten wir ja nur noch auf der Tiroler Straße bis zu unserer Unterkunft fahren. Leck, hat die bescheuerte Straße sich gezogen bis wir endlich an unserem heutigen Endpunkt ankamen.

Gasthof Bäckeralm, Tiroler Straße 94, Bayrischzell, 75 € DZ/ÜF

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Tag 8: von Bayrischzell nach Aschau im Chiemgau
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Nach einer sehr bescheidenen Nacht aufgrund eines Lüfterventilators der Gaststube unterhalb unseres Zimmers war für mich kaum an Schlaf zu denken. Übernächtigt ging es dann zum Frühstück und in die 8.Etappe unserer Tour. Nach ca. 2 km ist mir dann aufgefallen, dass ich meinen Brustgurt in der Dusche habe hängen lassen.
Also kehrt Marsch und wieder zurück geradelt. Nachdem ich dann alle sieben Sachen beisammen hatte, konnte es endlich losgehen. Schließlich mussten wir die Passstrasse zum Sudelfeld beim Wendelstein hoch. Oben angekommen bogen wir in einen kleinen Weg ab, der uns kurz weg von der Straße führte, aber an einer angriffslustigen Kuh vorbei. Nach einem weiteren kurzen Stück auf der Passstrasse bogen wir dann links ab auf einen Schotterweg. Hier ging es weiter bergauf an malerisch gelegenen Hütten vorbei.

Als wir endlich oben ankamen, sprach uns ein älterer Mann auf einen Quad an und fragte uns: „Wo woids ihr denn hi?“ Nachdem wir einen kurzen Blick auf unseren Garmin geworfen und ihm die nächste Ortschaft genannt hatten, meinte er nur: „Do seids richtig! Aber der Weg is gescheit beinand“. Als wir meinten, dass wir notfalls schieben würden, gab er sich zufrieden und fuhr weiter. Und wir mussten feststellen, dass er recht behalten hatte. Denn der erste Teil war für uns nicht fahrbar. Als wir dann endlich auch fahrenderweise das Ende des Trails Richtung Brannenburg erreichten, folgten wir eine Zeit lang dem Radweg über die Autobahn und dem Inn bis Nussdorf. Hier stärkten wir uns für den kommenden Anstieg. Aus dem Ort raus brannte plötzlich die Sonne wie Hölle und wir waren froh, als es zwar bergauf, aber durch den Wald im Schatten weiter ging. So traten wir eine lange Straße hinauf, immer einem Kreuzweg folgend, bis zu einer Pilgerkirche. Von hier ging es noch ein Stück weiter bergauf, über mehrere  Kuhweiden, durch Samerberg durch, an einigen schönen Almhütten vorbei und in einer langen Abfahrt hinunter Richtung Aschau. Unten am Flüsschen Prien angekommen, streckten wir wieder einmal unsere Füße ins kühle Nass – wird langsam zu einer kleinen Tradition bei dieser Tour…
Mit erholten Füßen fuhren wird die letzten 1.5km zu unserer nächsten Unterkunft, welche im Vergleich zur vorigen Nacht einfach nur ein Traum war…

Gasthof Kampenwand,  Bernauer Str. 1, 83229 Aschau im Chiemgau, 88€ DZ/ÜF

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Tag 9: von Aschau nach Ruhpolding
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Heute sind wir mal richtig früh weggekommen, da es schon um 07:00 Uhr Frühstück gab. Und das war auch gut so, denn es standen wieder mal über 1600hm auf dem Programm! Nach unserer täglichen Bike – Pflege mit dem super Mittel von Denk Bike und Outdoor (Danke nochmals Roy) starteten wir in die 9. Etappe. Nach wirklich kurzem Einradeln mussten wir unser Bike nach knapp 2km schon das erste Mal schieben. Die letzten Tage hatten ihre Spuren hinterlassen, denn die Höhenmeter taten weh und die Motivation war heute auch ein bissl im Keller. Dabei mussten wir hinauf Richtung Kampenwand… Doch mit jedem Höhenmeter, den wir fuhren wurde es glücklicherweise besser. Ab und an machten wir eine Trinkpause oder um die Sitzknochen zu entspannen. Aber wir pedalierten alles aufwärts bis zu unserem Abzweig. Nach kurzer Schussfahrt durch den Wald ging es in den zweiten Anstieg. Auch hier hatte ich die eine oder andere Schiebepassage, aber das Meiste sind wir doch gefahren. Oben angekommen wartete jedoch eine coole Abfahrt auf uns. Da die Hütte oben recht voll aussah, wir nur mehr 20km ungefähr zur Unterkunft hatten und sich das Wetter verschlechterte, entschlossen wir ohne Mittagspause durchzufahren. Als erstes befuhren wir einen genialen Trail über eine Kuhweide, der richtig schöne Wellen hatte, dass der eine oder andere Hüpfer für uns drin war. Im zweiten Abschnitt ging es wieder über einen Forstweg bergab, in dem mehrere kleine Brücken verbaut waren, die wir wiederum als Absprungrampe nutzen konnten. So macht das Biken Spaß!
Beim Mittersee konnten wir dann wieder unserer Tradition fröhnen und die Füße im Wasser kühlen. Entspannt rollten wir die letzten 10km nach Ruhpolding, meist bergab, bis zu unserer heutigen Unterkunft.

Gästehaus Staller, Hadermarkt 6, 83324 Ruhpolding, 66€ DZ/ÜF

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Tag 10: von Ruhpolding nach Bad Reichenhall
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In der Früh war bei mir erst mal der Wechsel der vorderen Bremsbeläge angesagt. Nach kurzer problemloser Montage dank der Spitzzange unserer Gästehaus-Besitzerin ging es los. Doch nach knapp 2 km mussten wir wieder einen Stopp einlegen um Regenjacken anzuziehen, denn es hatte angefangen leicht zu tröpfeln. Nachdem Mensch und Rucksack gut verpackt waren, konnten wir unseren Weg fortsetzen. Heute standen nur wenige Kilometer und auch nur wenige Höhenmeter auf dem Plan. Trotzdem mussten wir nach knapp 10km in einen Anstieg. Dieser ging hinauf zum Staubfall. Ein wirklich toller Platz, auch wenn man diesen nur schiebender bzw. tragender Weise erreicht. Denn im unteren Bereich ist er so verwurzelt, dass an ein bergauf fahren nicht zu denken war. Und im oberen Teil ist der Weg zu eng und man hangelt sich beim Grenzübergang unter dem Wasserfall über eine Treppe entlang des Abgrunds.
Aber wie gesagt, die Mühen lohnten sich und wer hier mal in der Gegend ist, sollte sich das unbedingt mal anschauen. Ich persönlich war bestimmt nicht das letzte Mal hier! Auf der anderen Seite ging es dann auf Asphalt, teilweise in Serpentinen, steil bergab. Ein Bike-Spezl machte mich dann auf meine Max-Geschwindigkeit aufmerksam, nachdem er meinen Tourbericht von Garmin gesehen hatte. Ich antwortete ihm darauf, dass ich bei 70km/h das letzte Mal auf den Tacho geschaut hatte. Aber, dass es dann 106km/h wurden…. Kein Wunder, dass in der nächsten Haarnadelkurve meine Bremsen so gestunken und gequalmt haben. Also, die neuen Bremsbeläge sind nun bestimmt eingefahren! Im Tal angekommen entschlossen wir entlang der Saalach in Richtung Bad Reichenhall zu fahren, um unsere Kräfte für den nächsten Tag zu schonen. Denn immerhin hatten wir uns vorgenommen am letzten Tag mit dem Bike die Kührointalm hinauf zu treten… Und das war nach 10 Tagen auf dem Bike schon schwer genug. Aber wir freuten uns Beide schon auf „unseren“ Watzmann, vor allem NagNag, deren grinsen immer breiter wurde, je näher wir kamen. Diesen Gedanken folgend rollten wir gemütlich auf dem Radweg von Schneizlreuth nach Bad Reichenhall zu unserer Unterkunft. Da wir durch die Abkürzung etwas zu früh da waren, machten wir es uns eine Stunde lang auf den bereitstehenden Liegestühlen im Garten gemütlich. Und am Abend spazierten wir in den Ort und aßen bei einem leckeren Griechen zu Abend.

Pension Lex, Salzburgerstr. 42, 83435 Bad Reichenhall, 79€ DZ/ÜF

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Tag 11: Schlussetappe von Bad Reichenhall nach Berchtesgaden
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Dieser Tag sollte unsere eigene Königsetappe werden, denn es ging zum Watzmann. Dementsprechend freuten wir uns schon sehr darauf, auch wenn wir wussten, dass es wieder viele Höhenmeter am Stück zu meistern galt. Immerhin wollten wir rauf zum Kührointhaus! Also radelten wir bei mäßig gutem Wetter los in Richtung Berchtesgaden. Der erste Teil des Weges war uns von gestern noch bekannt, mussten wir doch annähernd dieselbe Strecke zurück über Schneizlreuth. Auch den Soldaten der Bundeswehr liefen wir wieder über den Weg und fuhren dieses Mal auch direkt durch ihr Manöver – Camp. Anschließend bereiteten wir uns seelisch und moralisch auf unsere ersten Höhenmeter vor. Wir mussten die Schwarzbachwacht hinauf. Auf halber Strecke erwischte uns ein erster Regenguss. Zum Glück kamen wir gerade an einen Autohändler vorbei, bei dem wir uns schnell unterstellten. Da der Regen nicht lange anhielt, konnten wir nach der kurzen Zwangspause weiter. Den restlichen Anstieg schafften wir dann auch gut und so ging es zügig bis zur Wimbachbrücke. Mittlerweile blitzte die Sonne vom Himmel und meine zuvor abgegebene Wetterprognose sollte recht behalten.
Hatte ich NagNag zuvor doch Sonnenschein bei Ankunft am Kührointhaus versprochen! Am Parkplatz Wimbachbrücke füllten wir nochmals unsere Reserven mit Gels und Riegel auf für die bevorstehenden 700hm. Frisch gestärkt konnte es nun bei strahlendem Sonnenschein weitergehen. Stutzig machten mich dann nur die grummelnden Geräusche vom Himmel und dass dieser plötzlich immer dunkler wurde. Wo war nur die Sonne hin? Wir hatten gerade die Schappachalm passiert, da öffnete der Himmel zum zweiten Mal die Schleusen. Dieses Mal aber richtig! Wir drehten blitzschnell um und stellten uns bei der Alm unter. Unsere zweite Zwangspause fiel ein bissl länger aus und so richtig hörte es auch nicht mehr auf zu regnen. Zum Wetterfrosch tauge ich wohl doch nicht so recht… trotzdem erklommen wir weiter den Berg. In den letzten Serpentinen überraschte uns dann auch noch kühler Wind. Super!
Dann die letzten Höhenmeter zur Kührointalm, die Wolken rissen auf und die Sonne strahlte wieder. Bin ich doch ein guter Wetterfrosch!? Hatte ja auch nur für „oben“ schönes Wetter bestellt! Mit ein paar alten bekannten Gesichtern standen wir nun zufrieden in der Sonne und unterhielten uns ausgiebig. Unsere Räder dienten derweil als Wäscheständer zum Trocknen unserer Regenjacken, etc. Da uns schließlich irgendwann der Hunger plagte, beschlossen wir ein paar Meter weiter zur Kührointhütte zu gehen und uns einen Griesschmarrn einzuverleiben. Mit vollem Bauch fuhren wir die Hälfte des Weges zurück, um dann über den Parkplatz Hammerstiel nach Berchtesgaden zu rollen. Beim Gästehaus Alpina stoppten wir unsere Aufzeichnung am Garmin. Wir hatten es geschafft. Etwas mehr als 600km und ca. 14500 Höhenmeter in elf Tagen. Einmal quer vom Bodensee zum Königssee durch das Alpenvorland.
Beim Einchecken wurden wir dann super freundlich per Handschlag mit den Worten begrüßt, dass Radler sehr gern gesehen sind und das erste Bier aus dem Kühlschrank aufs Haus geht.
Das nenne ich doch mal ein würdiges Ende dieser tollen Tour.

Gästehaus Alpina, Ramsauer Str. 6, 83471 Berchtesgaden, 70€ DZ/ÜF

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Fazit:
Nach einer langen Tour über 11 Tage freut man sich doch enorm über die heimische Dusche und frisch gewaschene Klamotten und vor allem auf das eigene Bett!
Und wer aktiv Urlaub machen will, muss nicht weit in die Ferne reisen. Es gibt auch bei uns und den nächsten Nachbarn wunderschöne Plätze.
Keep on riding!

Und nehmt  immer Rücksicht aufeinander und geht respektvoll miteinander  um, damit so bescheuerte Regelungen wie „2-Meter-Regel“ in BaWü und Fahrverbote für Mountainbiker in Österreich abgeschafft werden. Denn die Natur ist für alle da! Doch dafür müssen ALLE etwas tun!

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2 Antworten

  1. Tom Tom sagt:

    Hi Markus,
    11 Tage sind a Hausnummer. Respekt dass ihr zwei die 11 Tage durchgezogen habt. Von einer fetten 8 würd i ned reden, i tät sagen des is a fette 10. Riesenrespekt nochmal vor der Leistung.

  2. M H M H sagt:

    Danke für dein Lob. War auf jeden Fall mal was anderes!

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