Stoneman Dolomiti – Etappe 2

von Sexten nach Sillian / Markus
Distanz: 50,63 km / 1631 Hm / Zeit: 5:51 Std.

Am Morgen fühlte ich mich gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte.
Im Gegenteil, es ging mir sogar ausgesprochen gut nach der Monstertour der ersten Etappe.
Für den heutigen Tag stand „lediglich“ ein Berg mit dem Marchkinkele und unsere letzte Stempelstelle auf dem Programm.
Das bedeutete jedoch einen Anstieg von ca. 1200 Hm am Stück!
Nach einem ausgiebigen Frühstück holten wir die Bikes aus dem kleinen Abstellraum des Hotels Grüne Laterne und machten uns auf den Weg.
Das Wetter war schön und die ersten paar Pedaltritte waren gewöhnungsbedürftig – langsam aber sicher kamen wir jedoch in unseren Tritt.
Anfangs folgten wir einem asphaltierten Radweg von Sexten in Richtung Toblach. Hier in der Gegend waren wir erst vor ein paar Tagen bei unserer München-Venedig-Tour.
Nun ging es jedoch wieder weg von den halbwegs bekannten Pfaden und es ging in die Steigung.
Zuerst noch langsam ansteigend aus dem Ort, dann im Wald immer steiler werdend.
Wir wollten heute unseren Verpflegungsstopp an der Silvesteralm machen, die in etwa auf 1800 Hm liegt.
Doch bis dahin waren es noch ein paar Kilometer als auch Höhenmeter. Zwischendurch machten wir immer wieder mal eine kleine Rast. Entweder, um uns an einem kleinen Bach abzukühlen oder dem Versuch Sonjas Bremsscheibe wieder gerade zu biegen.
Zwischendurch haben wir dann auch mal eine kurze Strecke schieben müssen, da die vorige Etappe doch noch gut in den Oberschenkeln hing und wir nicht schon alle Körner unten am Berg verpulvern wollten.
An der Silvesteralm angekommen, konnten wir auch gleich einen frei werdenden Tisch ergattern. Die Bikes hatten wir in Sichtweite am Hang abgelegt.
Zu Essen gab es eine leckere Pasta und ein kühles Getränk. Nachdem ich dann einen kurzen „Crampo“ (wohl das italienische Wort für Krampf) überstanden hatte nach einer unbedachten Bewegung mit dem Bein unter dem Tisch, setzten wir die Fahrt fort.
Hinter der Hütte ging es gleich weiter bergauf und der Weg wurde immer gerölliger und baumloser.
Die letzten Kilometer ging es letztlich in Serpentinen zum Marchkinkele hinauf, die wir wieder mal abwechselnd schoben und fuhren. Aber uns ging es nicht alleine so. Zwei andere Mountainbiker saßen in der Kurve am Wegesrand und machten auch ein Päuschen, während wir gerade vorbeischnauften.
Als wir dann gerade wieder mal das Bike schoben, bremsten wir unglücklicherweise einen E-Mountainbiker aus der Region aus. Der fand das Ganze aber nicht so tragisch und so kamen wir mit ihm in Gespräch. Er meinte nur, dass der Akku vermutlich wieder nicht bis zum Gipfel reichen wird. Er gehe davon aus, dass er ca. 2 km vor dem Gipfel stromlos sei. Und 25kg den Berg hochschieben…dazu habe er keinen Bock.
Im Gegenteil. Er und sein Sohn versuchen den Berg immer wieder mal mit ihren E-Bikes und sie haben dabei eine Challenge, wer am Höchsten kommt bzw. wer den Berg als Erster schafft. Und er behielt recht. Der Saft ging ihm kurz vor Schluss aus, sehr zur Schadenfreude von zwei anderen Mountainbikern. Doch unser neuer Freund nahm das sportlich, hielt nochmal kurz bei uns an und fuhr anschließend gemütlich nach Hause… Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal!
Nun hatten wir aber auch nicht mehr weit und das letzte Stück konnten wir wieder fahren. Wollten wir doch erhobenen Hauptes auf dem Sattel sitzend die letzte Stempelstelle erreichen!
Der Blick war grandios und in der Ferne konnte man alte Barracken aus dem Krieg ausmachen.
Nach dem obligatorischen Fotoshooting auf dem Gipfel mussten wir uns nun entscheiden, ob wir die offizielle Route wieder zurückfahren oder von mehreren Einheimischen empfohlene Strecke. Wir entschieden uns für die Strecke der Locals und stellten fest, dass es wohl die alte Strecke des Stoneman Dolomiti war, denn hier und da konnte man noch die Markierungen auf dem Boden erkennen.
Und es war gut, dass wir die Strecke genommen haben. Wir kamen direkt an weiteren Barracken vorbei und schlängelten uns gen Tal. Hier und da mussten wir jedoch absteigen, da der Weg beschädigt war und wir Gegenverkehr von Kühen und Pferden hatten.
Unten angekommen kamen wir fast genau in Sillian wieder heraus.

Wir hatten es geschafft! Den Stoneman Dolomiti Silber in zwei Tagen!
Nun mussten wir nur noch zu unserem ersten Hotel vom Ankunftstag fahren, da wir dort nach Vorlage und Prüfung unserer Stempelkarten unsere Stoneman-Trophäen in Empfang nehmen mussten.
Das war wieder mal eine coole Tour mit vielen Eindrücken und ich bin froh, dass meine Partnerin das Hobby Mountainbiken ebenso mag wie ich und sie solche verrückten Sachen mitmacht. Danke!

Und wer die Vorberichterstattung von uns verfolgt hat, wird feststellen, dass erst einmal kein Bericht zu dem Stoneman Taurista folgt.
Denn leider hat uns hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir fuhren zwar mit dem Auto zu den Hotels, denn gebucht war ja alles schon, doch gefahren sind wir nicht.
Auch den Miriquidi sind wir nicht mehr gefahren, denn durch den Ausfall des Taurista sind wir irgendwie in ein kleines Stimmungsloch gefallen und konnten uns nicht mehr aufraffen.
Aber eines ist sicher – Der Taurista und der Miriquidi werden auf jeden Fall nachgeholt!

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