Laserer Alpin-Klettersteig und Wanderung Vorderer/Hinterer Gosausee

Distanz: 4,54 km / Dauer: 1:54 Std. / Höhenmeter: 62 Hm (Klettersteig)
Distanz: 14,78 km / Dauer: 2:37 Std. / Höhenmeter: 268 Hm (Wanderung)

Sonja und ich hatten dieses Jahr noch keinen Klettersteig begangen.
Da wir das Wochenende frei hatten, war deshalb schnell die Entscheidung für eine Kletterpartie am Vorabend gefallen.
Da jedoch Urlaubszeit ist und wir keine Lust auf Schlange stehen am Klettersteig hatten, stellten wir uns den Wecker auf 03:00 Uhr in der Früh. Schließlich hatten wir ja auch noch eine Anfahrt von ungefähr zwei Stunden.
Und ein morgendlicher Kaffee muss sein, sonst geht gar nichts.

Also starteten wir mit dem Auto gegen 03:40 Uhr Richtung Österreich. Und selbst jetzt war schon viel Verkehr. An der Grenze standen die Fahrzeuge und auch die Leute bis weit auf die Straße, um sich ein Pickerl zu kaufen….zum Glück habe ich eine eVignette.
Nach einem kurzen Stopp bei einem Bäcker, der so früh schon auf hatte, kamen wir gegen Viertel nach sechs Uhr am Parkplatz des Gosausee an.
Noch fix die Schuhe gewechselt und einem 15-minütigen Marsch zum Einstieg, hingen wir gegen 06.45 Uhr das erste Mal im Seil – und das ganz allein.
Es ging gleich schön bergauf und immer wieder mit Traversen versehen, hangelten wir uns oberhalb des Sees und des Rundwanderwegs am Fels entlang. Und es war echt herrlich. Mit Blick auf den Gletscher des Dachsteins und den ruhig unter uns liegenden vorderen Gosausee, genossen wir die Stille und die Temperatur des Morgens.
Der Klettersteig hat viel Eisen verbaut und es ist kaum möglich den Steig zu gehen ohne das Seil zur Hilfe zu nehmen. Das war gewöhnungsbedürftig, denn normalerweise sollte man ja versuchen, das Seil so wenig als möglich zu benutzen und die natürlichen Gegebenheiten ausnutzen.
Als wir dann bereits eine Zeit lang im Steig waren, wurde es auch unten auf dem Wanderweg langsam belebter und wir dienten das eine oder andere Mal als Fotomotiv für Wanderer unter uns. Zwischenzeitlich hatten wir kurz Probleme uns am vermeintlich höchsten Punkt zu orientieren und fanden den weiteren Weg nicht sofort.
Doch nach kurzer Orientierung fanden wir den Abstieg und kletterten Richtung Himmelsleiter.
Man hörte nun auch Stimmen im Klettersteig und wir waren nicht mehr allein. Aber wieso kamen uns die Leute auf Höhe der Wasserkante entgegen?
Nach kurzer Verwunderung bemerkten wir dann, dass wir falsch in den Klettersteig eingestiegen sind.… Der eigentliche Einstieg war genau gegenüber des Ausstiegs, den wir aber nicht wahrgenommen hatten, da er sofort nach unten verlief. War wohl doch ein bissl früh am Morgen und die Augen noch nicht ganz offen.
Da man an der Himmelsleiter jedoch die Möglichkeit hat den Steig auf den Wanderweg zu verlassen, nutzten wir diese Chance. Wir marschierten am Wanderweg zum eigentlichen Einstieg und kletterten zurück entlang der Wasserkante zur Himmelsleiter.
Dort wieder angekommen, verließen wir wieder den Steig und brachten unsere Kletterausrüstung zurück zum Auto.
Jetzt wussten wir auch, warum wir den Weg so schlecht gefunden hatten im oberen Bereich und warum uns manche Passagen etwas seltsam angelegt vorkamen. Man müsste halt nur den Klettersteig richtig herum gehen.

Der Morgen war jedoch noch nicht mal richtig angebrochen. Es war gerade mal kurz nach neun Uhr.
Also beschlossen wir vom Auto aus noch vom vorderen zum hinteren Gosausee zu wandern und an der Hinteren bzw. Hohen Holzmeisterhütte einzukehren. Im Bereich des vorderen Gosausees sind vor allem die sogenannten Klappertouristen unterwegs. Dort war dementsprechend auch mehr los.
Doch je weiter wir gingen, desto normaler wurde das Fußvolk. Wir passierten ein paar kleine Wasserfälle und kamen an der zwischen den Seen gelegenen Gosaulacke vorbei.
Es ging nun immer wieder steilere Rampen nach oben, denn der Hintere Gosausee liegt höher als der vordere See und direkt am Fuße des Dachsteins. Wir kamen nun trotz der milden Temperaturen auch ins Schwitzen und schnauften die Steigungen hinauf. Nun wurde klar, warum hier die Touris nicht herkommen…
Oben angekommen konnte man dann von der einen Uferseite schon die Hütte auf der anderen Seite erblicken.

Wir freuten uns schon auf ein kühles Bier….Moment, ein Blick auf die Uhr zeigte uns, dass es erst Viertel nach zehn Uhr war…..kann man da schon ein Bier trinken? Ach, sicher. Wir hatten es uns verdient und schließlich waren wir ja auch schon lange wach. Für uns war es ja mindestens schon 12 Uhr! Und ein Kaiserschmarren musste es sein.
Getrunken haben wir dann einen gespritzten Most (der ging auch schon um diese Zeit) und kurz vor elf Uhr haben wir unseren frisch zubereiteten Kaiserschmarren mit Apfelmus gegessen. Klasse!
Gepaart mit dem super netten Gespräch mit dem Hüttenwirt, hätte man es hier hinten doch gerne auch länger aushalten können.

Doch es hatte auch noch einen anderen Grund, warum wir so früh los gefahren sind. Nicht nur den Touristenströmen wollten wir aus dem Weg gehen, auch den Regenströmen. Denn ab ca. 14:00 Uhr war Regen und Gewitter gemeldet. Und da es sich nun doch ganz schön zu zog, bezahlten wir und machten uns auf den Weg zurück zum Auto.
Hierbei fiel uns auf, dass sich doch noch einige auf den Weg zur Hütte gemacht hatten, da sie uns nun entgegen kamen.
Hatten wohl alle nicht den Wetterbericht gelesen und mal nach oben geschaut…..Egal.

Als wir am vorderen Gosausee wieder ankamen, nahmen wir den Weg links herum, damit wir den Weg rundherum nehmen konnten.
Am Ausgangspunkt angekommen, zeigte uns ein Blick zurück, dass wir wohl alles richtig gemacht hatten. Der Gletscher des Dachstein war nicht mehr zu sehen und es hingen fette Regenwolken tief über dem hinteren Gosausee.
Am Parkplatz angekommen nervte uns eine lästige Touristin, die uns im gebrochenen Englisch fragte, ob wir denn mit unserem Auto wegfahren.
Da wir uns noch umziehen und auch nochmal aufs Klo wollten, vertrösteten wir sie und sagten 10 Minuten mindestens würde es wohl dauern. Das war wohl gut genug für sie, denn sie stand ab sofort Gewehr bei Fuß in drei Meter Entfernung neben meinem Auto und beobachtete mich beim Umziehen. Zum Glück habe ich nur das T-Shirt und die Schuhe gewechselt, denn sie machte keine Anstalten weg zu gehen.
Und das Beste kam dann, als sie fragte, wo der See denn sei….
Da waren sie wieder unsere Klapperl-Touristen.

Unten wären natürlich auch noch genügend Parkplätze frei gewesen – aber nein, man muss ja am Besten bis in den See hineinfahren. Ja keinen Schritt zu viel gehen, wenn man sich Outdoor betätigen möchte.
Vielleicht war Petrus ja gnädig und hat sie noch richtig schön abgeregnet.

Dieses Mal habe ich keine Kartenansicht hinzugefügt, da meine Uhr bei der Aufzeichnung sowohl beim Klettersteig als auch bei der Wanderung Ausreißer hatte. 🙁

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