Laserer Alpin Klettersteig 2020

Dieses Jahr wollten wir unbedingt nochmal den Laserer am Gosausee klettern und anschließend wieder die Holzmeisteralm am Hinteren Gosausee besuchen.

Unterstützt wurden wir von Simon, ein weiterer Mitstreiter, der in Sachen Klettersteiggehen angefixt wurde und Blut geleckt hatte.

Um 04:30 Uhr packten wir also verschlafen unsere Rucksäcke in den kleinen Opel Corsa mit dem großen Raumwunder und wagten uns gen Dachsteinregion.

Dort angekommen erkannten wir gleich, dass es im Vergleich zum Vorjahr deutlich belebter am Parkplatz P1 war, aber wir fanden noch Platz. Die Berge haben dieses Jahr einen deutlichen Zuwachs an Besuchern erhalten. Deshalb auch die frühe Anreise an einem Sonntag im September.

Und es war eine weise Entscheidung. Zwar konnte man von der Sonne nur ganz allmählich die Strahlen erahnen, wie sie sich langsam über die Bergspitzen zum Vorderen Gosausee schoben, da wir nun doch etwas später im Jahr unterwegs waren. Aber die Stimmung war einfach wieder fantastisch. Der leichte Dunst waberte über dem Wasser, der Himmel färbte sich und wir grinsten, als wir letztendlich doch zunächst alleine in den Steig starten konnten. Diesmal auch von der richtigen Seite begonnen 🙂

Nicht minder schwer war es dann doch auch gleich am Felsen über dem Wasser. Grundsätzlich schon rutschig und glatt gewaschen, machten mir dummerweise meine geliebten La Sportiva Boulder X mit etwas geringer Profiltiefe und ausgehärteter Sohle Probleme. Die Arme wurden schnell zu Pudding und ich ertappte mich dabei, wie ich es einfach nicht über mich brachte, die Arme zu strecken. Simon und Markus waren also schon ein paar Seillängen voraus.

Macht nix, durchbeißen bis zur Leiter. Wenn man sich da auch nicht so doof anstellt und den Karabiner in der Sprosse verhakt, ist diese eigentlich nicht wirklich ein Problem. Einhängen, nicht Einhängen…ein Patentrezept gibt es nicht. Jeder wie er kann und mag, ansonsten könnte es doch beim Absturz etwas nass werden, wenn man in den See platscht.

Die Aussicht bei diesem Steig ist auch beim zweiten Mal nie langweilig und immer mal wieder einen Rastpunkt wert. Den Blick über den See schweifen lassen, der Bergkamm gegenüber langsam im Sonnenlicht an Farbe gewinnend. Panorama pur und der Puls geht wieder nach unten.

Leichter ist es in der folgenden Passage definitiv von der richtigen Seite aus gegangen. Der Abstieg damals war irgendwie ein Blindflug. Heute weiß ich auch warum. Stifte verstecken sich hinter kleinen Felsen, die man nur von unten sehen kann. Somit war auch dieser Part kein Problem mehr und man widmete sich zunehmend den neuen Klettersteigankömmlingen weiter unten. Zumindest einer von ihnen war permanent zu hören und wir verdrehten etwas die Augen beim Schall seiner Stimme über den ganzen See.

Schnell weiter bis zur Seilbrücke. Simon und Markus liefen die sehr fix, während ich ein wenig langsamer mich vorantastete. Je kleiner man ist, desto wackeliger wird das Ding, so hat man den Eindruck 🙂

Nach der Seilbrücke geht es ein senkrechtes Stück nach oben, nur selten mit Felsenklettern in Verbindung zu bringen, da hier die Abstände zwar manchmal etwas groß sind, aber zwischen den Eisensteigen genug Felskerben selbst für meine Wanderschuhe waren.

Ein kleines Plateau lädt zum kurzen Verweilen nebst Bank und Gipfelbuch ein. Aber die weniger lieblich schallmeiende Stimme irgendwo aus dem Nichts des Klettersteigs trieb uns voran. Und so kam das Ende und zugleich der Anfang des Rundklettersteigs sehr bald.

Wir grinsten uns an, verstauten unsere Klettersteigsachen im Rucksack und während wir in Richtung Hinterer Gosausee zur Hütte wanderten, genossen wir den Ausblick und die Stimmung über den See. Es war immer noch sehr früh, die Sonne noch nicht ganz über die Berkämme gewandert und so zauberte ein kleiner Dunstnebel für viele Fotografen am hinteren Ende ein tolles Motiv. Die gleiche Fotografentruppe stürzte sich auch auf uns, als wir noch in Objektivreichweite am Klettersteig wehrlos am Schnaufen waren. Aber da ich selbst gerne fotografiere, schaute ich auch nur ein kleines bisschen böse in die Kameras.

Der Weg zum Hinteren Gosausee kannten wir zwar, waren jedoch wieder einmal erstaunt darüber, wie viel Höhenmeter und Strecke er noch zu bieten hatte. Alles gut begehbar auf einer breiten Forststraße.

Da wir noch etwas früh für die Hütte waren, genossen wir am Seeufer die Aussicht.

Als uns dann doch der Kaiserschmarrn rief, ergatterten wir als eine der ersten Besuchergruppe sofort einen Platz. Speis und Trank war wieder hervorragend und als dann plötzlich der Tumult um uns herum zu groß wurde, räumten wir das Feld für die am Rand des Außenbereichs Wartenden.

Rückzug war angesagt, denn Scharen strömten uns entgegen. Bunt gemischtes Publikum nutzte die letzten schönen Spätersommer Tage um mal mehr, mal weniger schnell gen Holzmeisterhütte zu pilgern. Wir strömten lieber wieder zurück zum Auto und sahen aus der Ferne einen bunten Helm nach dem anderen im Steig.

Auch diesmal war es ein toller Besuch am Fuße des Dachstein und die nächste Tour mit Simon ist schon ausgemacht. Danke euch, für einen super Tag und hoffentlich in diesem Jahr noch einmal!

Leider stark komprimierte 5 Minuten Zusammenfassung des Steigs

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