Klettersteig Drachenwand 2020

Distanz: ca. 3-5km / Dauer: 5:14 Std. / Höhenmeter: 886Hm
Garmin-Link

Ein Arbeitskollege und Freund (nennen wir ihn Simon…) hat mich aufgrund von mir veröffentlichter Fotos bei What’s App angesprochen.
Er wollte Informationen zum Thema „Klettersteig gehen“ und eine Beratung, um sich eine gescheite Ausrüstung kaufen zu können. Da er ja ein passionierter Wanderer und auch sonst körperlich fit ist, machte ich mir da keine großen Gedanken, ob das was für ihn wäre…
Nachdem er sich seine Ausrüstung zusammengekauft hatte, machten wir uns einen Termin zum Klettern aus.
Es sollte für die erste Tour nicht zu schwer sein, aber trotzdem auch was zu bieten haben! Also war der Madlgupf erst mal außen vor, da der aufgrund der Länge doch sehr fordernd ist.
Und da ich auch erst sehen wollte, wie er sich anstellt, wählten wir den Klettersteig Drachenwand, der mit einem Schwierigkeitsgrad von „C“ nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht war. Viele fürchten zwar den Abstieg und finden diesen zu schwer. Ich persönlich finde ihn zwar knifflig, aber mit der richtigen Bekleidung und der gebotenen Vorsicht, ist der Abstieg auch kein Hexenwerk. Viele der hier geschehenen Unfälle sind meines Erachtens Folge aufgrund Unachtsamkeit, schlechter oder nicht vorhandener Ausrüstung oder weil man herumblödelt…..ganz nach dem Motto: der Berg ist ja geschafft!
Außerdem liebe ich das Attergau mit den Seen und Bergen und die Aussicht von den beiden Klettersteigen ist genial….auch wenn der Madlgupf noch eine Spur besser ist. Aber den machen wir nächstes Jahr zusammen – versprochen, Simon!!!

Aber nun zu unserem und Simons ersten Klettersteig-Abenteuer!
Wir starteten schon früh am Morgen von Passau in Richtung Mondsee, um den Massen einen Schritt voraus zu sein und die Ruhe im Berg genießen zu können. Tja, so war der Plan! Als wir dann kurz vor sieben Uhr in der Früh am Parkplatz ankamen, mussten wir mit Erstaunen feststellen, dass dieser proppenvoll war und wir gerade noch einen der letzten Parkplätze ergattern konnten. Offensichtlich hatten noch mehr die Idee mit dem frühen Aufstehen…..lief ja super!!!

Wir ließen uns aber die Stimmung nicht verderben und zogen am Parkplatz erst mal die Kletterausrüstung an.
Frisch gewandet gingen wir am Wirtshaus vorbei und in Richtung Einstieg des Klettersteigs – zumindest dachte ich das!
Irgendwo hatte ich die Abzweigung falsch genommen und wir gingen den eigentlichen Abstieg doch ein gutes Stück bergauf!
Ein paar weitere Kletterer folgten uns, da sie wohl dachten, dass wir uns auskennen. Denkste 🙂 Na ja, eigentlich schon. Nur halt heute nicht.
Ich wunderte mich aber erst, als wir an Leitern und Stiegen nach oben klettern mussten und als uns dann ein paar Wanderer von oben entgegen kamen und fragten, ob wir den Klettersteig suchen und in die andere Richtung wiesen. Hier war uns dann bewusst, dass wir (ich) uns vergangen hatten.
Also umgedreht, alles wieder herunter geklettert (übrigens der so gefürchtete Abstieg) und dann unten die richtige Abzweigung genommen.

Dann standen wir am Einstieg und in der Schlange. Toll! Aber noch ging es halbwegs.
Wir prüften nochmals die Ausrüstung und kletterten los. Gleich auf den ersten paar Schritten merkte ich schon, dass Simon hier keine Probleme haben wird. Ich kletterte vor, damit er beim hinterher klettern vielleicht noch das eine oder andere abschauen konnte. Doch jedes Mal, wenn ich mich umdrehte, um nach ihm zu schauen, stellte er sich mehr als geschickt an! Und so wurde das ganze ein richtiger Selbstläufer.
Die Sonne kam auch immer mehr raus und wir hatten förmlich Kaiserwetter! Leider hingen wir dabei in der Wand in einer Schlange von Leuten und mussten warten bis wir wieder weiter klettern konnten. Hatte was von Grillhendl…denn die Felswände strahlten ordentlich die Hitze ab.

Doch irgendwann ging es natürlich weiter und wir kamen zu einem der Highlights an der Drachenwand. Die lange Seilbrücke mit grandiosem Blick auf Steig und See! Einfach immer wieder schön!
Oben angekommen, mussten wir erst einmal was trinken und genossen dabei die Aussicht.
Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf den Weg Richtung Abstieg, da es einfach zu voll am Gipfel war.
Als ein kleines Schild auf das Drachenloch hinwies, sagte ich zu Simon, dass das nun das Drachenloch ist und man da tolle Fotos machen kann.
Gesagt, getan. Simon holte seine Kamera raus und machte ein paar Fotos von dem Loch. Mit den Worten, dass er sich das Loch größer vorgestellt hat, da man es von unten so gut sehen kann, packte er die Kamera ein und wollte weitergehen.
Ich meinte dann, dass er doch das große Loch, das etwas tiefer liegt fotografieren soll, da es wohl ein bissl imposanter auf seinen Bildern wirken sollte 🙂 Sorry, Simon. Der musste sein. Aber nur, weil es uns damals ähnlich ging, als wir das erste Mal in der Drachenwand waren!

Nach ein paar weiteren Fotos machten wir uns auf den Abstieg, nun zum zweiten Mal. Auch dieses Mal kamen wir wieder unbeschadet unten an, aber es kamen uns genügend gute Beispiele für schlechte bzw. gänzlich fehlende Ausrüstung entgegen. Ich sage nur: Leinenkleid bis zu den Knöcheln und Espandrilles!!! Da kann man nur den Kopf schütteln…

Unten angekommen machten wir uns auf dem Weg zum Auto, um die Klettersachen in dasselbe zu werfen und zurück zum Gasthof Drachenwand zu gehen.
Wir hatten Glück! Es stand gerade ein Pärchen auf und machte uns Platz! So stand unserem Schnitzel nichts im Wege!
Mit vollen Bäuchen fuhren wir erschöpft, aber happy wieder gen Passau.

….und Simon war angefixt! Sehr zu meiner bzw. unserer Freude! Ich / Wir freuen uns schon auf viele gemeinsame Touren mit dir!

Da müssen wir hinauf!
« 1 von 17 »

Das könnte dich auch interessieren …