Salzkammergut-Challenge, die Zweite

Distanz: 98,18 km / Dauer: 06:33 Std. / Höhenmeter (+): 1195 hm

Und wieder führte uns der Weg am letzten Wochenende in das Salzkammergut. Die nächsten sechs Seen sollten erkundet werden.
Die Tour sollte bei ungefähr gleicher Höhenmeteranzahl ca. 30 km kürzer werden.

Am Freitag wurde also wieder nach der Arbeit der OZL beladen und die Taschen gepackt.
Nachdem die Radl auf dem Radlträger montiert waren, machten wir uns auf in Richtung Halltstätter See.
In Bad Goisern hatten wir uns vorab wieder einen öffentlichen Parkplatz ausgesucht, der auch eine öffentliche Toilette besaß.
Bei Ankunft an dem Parkplatz mussten wir jedoch leider feststellen, dass das öffentliche Klo wohl nur öffentlich war, solange die Touristen-Information geöffnet war. Und der Stellplatz war auch schief….

Da wir noch früh dran waren, haben wir Google gefragt und wir wurden direkt am Hallstätter See fündig.
Der Parkplatz war schön groß, gerade und hatte ein öffentliches WC. Außerdem hatte er eine Liegewiese am See, die nach der Tour förmlich anbot, dass man sich dort von den Strapazen erholte. So war der Plan.
Am Parkplatz angekommen, sah das Ganze auch sehr gut aus.

Es war außer unserem Auto nur ein weiteres Fahrzeug anwesend.
Also platzierten wir uns mit genügend Abstand mit Blick über den See.
Doch je länger wir standen, kamen immer mehr Neuankömmlinge bis spät in die Nacht hinein. Dementsprechend übernächtigt waren wir dann am nächsten Morgen, vor allem dank des letzten Ankömmlings, der gefühlt ca. 50-mal neben uns seine Autotür auf und zu geschlagen hat. Natürlich stand der genau neben uns….

In der Früh war dann der Parkplatz fast voll.
Also verzichteten wir auf den gemütlichen Kaffee am Auto, machten uns nur ein Porridge und flüchteten so schnell als möglich vor den Massen.
Auf den ersten Metern merkten wir recht schnell, dass es sehr zapfig geworden war. Also hieß es Abfahrt mit Jacke bzw. Pullover.
Nach kurzer Fahrt auf der Hauptstraße entlang des Sees kamen wir im kleinen, aber wirklich super schönen Hallstatt an.
Die alten Gebäude bewundernd fuhren wir langsam durch die Gassen, bis wir uns vor lauter glotzen verfranzt haben. Kurz wieder ein paar Meter zurück und wir waren wieder auf Kurs in Richtung Obertraun.

Nach kurzer Fahrt um die südlichste Spitze des Hallstätter Sees, fuhren wir in Obertraun ein und auch schon wieder durch.
Nach einem kleinen Anstieg erreichten wir unseren zweiten „See“, die Koppenwinkellacke.
Super kleiner See, sehr idyllisch und mit dem Nebel und dem Bäumen einfach ein traumhaftes Fotomotiv.

Durch den Wald ging es dann gemütlich weiter bis zur Traun.
Entlang der Traun und der Koppentraun ging es immer weiter bis nach Bad Aussee, wo die Koppentraun und die Kainischtraun sich treffen.
Dieser folgten wir ebenfalls ein gutes Stück und dabei mussten wir immer wieder mal über kleine Brücke fahren.
An einer Stelle stimmte dann plötzlich der Weg zum Ödensee nicht mehr mit unserer Navigation überein. Dort wo früher wohl mal ein Weg durch den Wald ging, war jetzt ein umzäuntes Gelände und keine Möglichkeit drumherum zu fahren….zumindest nicht ohne Machete.
Wir orientierten uns neu und stellten fest, wenn wir den Gleisen weiter folgten, wir direkt wieder an unsere Route stoßen. Nur wäre das dann schon wieder der Rückweg von unserem dritten See – dem Ödensee.

Nach kurzem Kopf zusammenstecken beschlossen wir, dass wir erst einmal bis zu diesem Punkt fahren und dann entscheiden, ob wir den Ödensee noch anfahren oder nicht. Je nach dem, wie sich der Weg dorthin gestaltet. Denn wir waren schon ordentlich durchgerüttelt worden und gegen ein wenig Asphalt hätten wir nichts einzuwenden gehabt.
Am Scheitelpunkt angekommen wurden unsere Gebete erhört und es ging eine Straße leicht bergauf in Richtung Ödensee.

Zum Glück entschlossen wir uns dazu, dass wir den See anfahren. Der liegt wirklich richtig schön.
Bei einem eigentlich noch geschlossenen Gasthof fragten wir höflich eine Bedienung auf der Terrasse, ob wir wohl einen Kaffee bekommen könnten. Schließlich hatten wir ja in der Früh darauf verzichtet.
Wir sahen wohl sehr bemitleidenswert aus in unserem „Unterkaffee“. Denn wir bekamen, die Stille und den Ausblick sowie das Wetter genießend, unseren Kaffee, den wir auf der Terrasse schlürften.
Am liebsten wären wir sitzen geblieben und ich kann die Kohlröserlhütte nur wärmstens empfehlen. Doch wir hatten noch einige Kilometer zu absolvieren, also schnappten wir unsere Räder und fuhren weiter.

Auf einer kleinen Straße durch ein schönes Tal fahrend, kamen wir irgendwann am Grundlsee an.
Den Weg am südlichen Ufer des Grundlsee zeigte Komoot mit der Bemerkung „Radfahren verboten“ an und ab einem gewissen Punkt stand dann auch ein Schild, dass Radfahren verboten ist, da es sich um einen alpinen Weg handelt.
Da wir einiges gewohnt sind, entschlossen wir uns vorsichtig weiterzufahren. Sollte der Weg wirklich zu haarig werden oder uns Wanderer entgegenkommen, würden wir absteigen und schieben. Denn wir brechen uns da keinen Zacken aus der Krone, wenn wir mal schieben. Aber eigentlich sind wir Fans von der Tatsache, dass man sich gegenseitigen Respekt zollt und man eigentlich alle Wege nutzen kann. Als Wanderer und als Biker. Warum sollte ein freundliches miteinander nicht möglich sein???

Doch der Weg war bis auf wenige Ausnahmen immer fahrbar, selbst mit dem Gravel. Und da wir noch sehr früh dran waren, kam uns auch niemand entgegen.
Nach einer kleinen Trinkpause bei der Tauchschule am Grundlsee machten wir uns auf den Weg zum See Nummer fünf, dem Toplitzsee. Hier schossen wir nur schnell ein, zwei Fotos und fuhren zurück zum Grundlsee, ans nördliche Ufer.
An dessen Ende bogen wir dann nördlich ab in Richtung Altausseer See, wo wir eine kurze Pause einlegten. Denn mittlerweile brannte die Sonne recht ordentlich von oben auf die Helme. Also ran ans Seeufer, Schuhe aus und mit den Füßen ins kühle Seewasser stellen.
Sonja hatte dann zwar noch kurz überlegt, weil ein stattlicher Schwan am Uferrand lag. Da sich dieser aber nicht für uns interessierte, stapften wir in den See.

Und plötzlich waren wir von der Enten-Gang umzingelt, die uns unsere Riegel streitig machen wollten, dir wir zur Stärkung im See stehend mampften.
Als sie aber merkten, dass sie nix von uns bekommen, dampften sie langsam aber sicher ab.
Im Schatten des Loser setzten wir unsere Fahrt abgekühlt und gesättigt fort.
Vorbei an einem schönen Hochseilpark folgten wir den Schildern zur Blaa-Alm, die mir wohlbekannt ist.
Ein sehr schöner Gasthof, der genial für Familien mit kleinen Kindern ist. Hier können die Kleinen einfach spielen und die Eltern müssen nicht ständig aufpassen.
Wir kehrten ein und bekamen trotz voller Terrasse prompt einen Platz.
Als die Bedienung kam, bestellte ich zwei alkoholfreie Weißbier. Sonja meinte dann zu ihm. „Jo, ich nehm auch zwei!“ 😊
Kurz gezuckt hat er schon, aber mit einem lockeren Spruch auf den Lippen zischte er davon und kurze Zeit später hatten wir vier Weißbier vor uns stehen.
Und auch der Kaiserschmarrn sowie die Schwarzbeeren-Nockerl mundeten sehr gut.
Unsere Tischnachbarn, ein älteres Pärchen, entpuppten sich ebenfalls als lockere Gesprächspartner und wir fühlten uns mal wieder richtig wohl – typisch Österreich!

Von der Blaa-Alm geht es dann noch ein kurzes Stückchen durch den Wald und immer entlang des Rettenbach entlang.
Nach einem kurzen, dunklen Tunnel folgt dann eine ewig lange schottrige Abfahrt durch das Rettenbachtal, die uns ordentlich durchschüttelte.
Das Rettenbachtal spuckt einen schließlich direkt in Bad Ischl wieder aus und man fährt wieder entlang der Traun zurück Richtung Bad Goisern und dem Hallstätter See.
An unserem Parkplatz wieder angekommen, fielen wir fast vom Glauben ab.
Dachten wir in der Früh noch, dass viel los war, mussten wir jetzt feststellen, dass es wuselte wie im Ameisenhaufen.
Also nur schnell die Bikes auf das Auto gespannt, nochmal die Füße in den See gestreckt und schnell zurück ins Auto.
Das waren definitiv zu viele Menschen für uns nach dieser schönen Runde.

Wieder mal eine schöne Runde im Salzkammergut gedreht mit einem ordentlich Anteil an Gravel-Strecken. Müssen wir mal mit dem MTB nachfahren, um die Abfahrten etwas mehr genießen zu können.

Aber dann mit einem anderen Startpunkt!!!

Relive-Link / Garmin-Link

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